Bericht der Präsidentin über das Jahr 2014

Auch in diesem Jahr bildete das Probenwochenende vom 11./12. Januar  in Muri das erste musikalische "Highlight". Pünktlich um 9 Uhr begann Marie-Louise jeweils mit dem Einsingen und dann übten und feilten wir zwei Tage lang fleissig an den Liebesliedern von gestern und heute. Bisher wurden wir in Muri immer auch von der künftigen Pianistin unterstützt. Doch unsere diesjährigen Begleiter, das Duo Campana, konnten wir nicht einfach für einen Nachmittag zur Probe einladen. Sie wohnen leider sechs Autostunden entfernt in Nordrhein-Westfalen. So mag sich die eine oder die andere Sängerin bange gefragt haben, ob ein einziges Zusammentreffen an der Hauptprobe wohl genügen werde für eine erfolgreiche Aufführung.

Erst am Samstag vor dem Konzert lernten wir Martina und Michael Glock dann richtig kennen. Michael, ein ausgezeichneter Pianist und erfahrener Chorbegleiter, gab uns sofort ein gutes und sicheres  Gefühl. Die Zusammenarbeit mit Marie-Louise war unkompliziert und es wurde auch viel gelacht. Und vor allem diejenigen Lieder, welche wir zum ersten Mal gemeinsam mit meiner Tochter Martina als Solistin probten, nahmen jetzt endlich die richtige Gestalt an. Obwohl es eine XXL-Generalprobe wurde, hielten alle Frauen ganz toll durch. So konnten wir dem nächsten Tag mit Freude entgegen sehen.

"Ich han en Schatz am schöne Zürisee" lautete der Titel des Jahreskonzertes vom 2. Februar. Schon kurz nach Türöffnung füllten sich die besten Plätze, und schliesslich war das von vielen Sängerinnen liebevoll und festlich geschmückte Gemeindezentrum bis auf den letzten Stuhl besetzt.
Der Vorhang öffnete sich und wir standen bereit auf der Bühne, schwarz gekleidet und mit verschiedensten roten Accessoires geschmückt. Mit dem beschwingten Titellied eröffneten wir das Konzert und schon war die gute Stimmung im Saal spürbar. Das Thema Liebe in der Musik konnten wir in den verschiedensten Facetten zum Ausdruck bringen. Fröhlich und unbeschwert, tragisch und unerfüllt, trotzig weil verschmäht oder auf ewig glücklich. Das Duo Campana verschönerte uns nicht nur optisch (Martina im langen roten Glitzerkleid), sondern vor allem auch hörbar durch ihre wunderschöne Solostimme, die unseren Chor sehr wirkungsvoll ergänzte und durch das einfühlsame Klavierspiel Michaels. Und wenn die beiden gar als Duo die Liebe besangen, waren alle Anwesenden im Saal hingerissen.
Höhepunkte waren zum Schluss bestimmt "Time to say Goodbye" mit Martina als Solistin und die Zugabe "Am Himmel stoht es Sternli z'Nacht", welche bei einigen Zuhörerinnen Hühnerhaut oder gar Tränen der Rührung ausgelöst hätten. Alles in allem ein unvergessliches Konzert, das uns vom Publikum sehr viel schöne Komplimente einbrachte.
Ria Liem Ringger und ihr Trachtenverein sorgten wieder vorzüglich für die Bewirtung der Kaffeehausgäste, sodass auch wir den Nachmittag in netter Gesellschaft ausklingen lassen konnten. Leider war es der letzte Einsatz der Trachtenleute als Helfer bei unseren Konzerten, was wir sehr bedauern.

An der 66. Generalversammlung am 10. März mussten wir den Rücktritt unserer bewährten Kassiererin Irene Hasler zur Kenntnis nehmen. Da sie beruflich sehr erfolgreich, aber damit auch zeitlich immer mehr belastet ist, bat sie auch noch um eine musikalische Auszeit. Diese soll aber nur ein Jahr dauern. An unseren geselligen Anlässen war Irene aber immer dabei, was uns natürlich sehr freute.
Mit Karin Mahrer fanden wir eine junge und tüchtige Nachfolgerin, die ihr Amt als Rechnungsführerin ebenfalls speditiv und zuverlässig führt und uns im Vorstand eine wertvolle Stütze ist. Ansonsten konnten wir mit Freude feststellen, dass es dem Frauenchor weiterhin gut geht. Gleich drei Sängerinnen feierten ihr 30jähriges Chorjubiläum: Vreni Eichinger, Rosmarie Grigis und Annelies Ungricht.

An der Generalversammlung des Frauenvereins am 17. März durften wir nochmals einige Lieder aus dem grossen Konzertprogramm vortragen und den Anwesenden damit eine Freude bereiten.

Dann begannen die ernsthaften Proben für das nächste Grossprojekt "Birmi-in-Concert". Marie-Louise hatte zwei Stücke bearbeitet, übte mit uns die Chorstimmen ein und war auch bei den gemeinsamen Proben mit allen Birmensdorfer Chören stets eine wichtige Beraterin und Stütze von Cécile Gebhardt. Die junge, temperamentvolle Dirigentin der Harmonie Birmensdorf übernahm schliesslich auch die Gesamtleitung.
Die Vorbereitungen für die beiden Konzerte hatten ja schon vor vielen Monaten begonnen und liefen dank grossem Einsatz des Organisations-Komitees zu aller Zufriedenheit. Vreni Eichinger übernahm die Gestaltung des umfangreichen Programmhefts und führte auch die Finanzen. Karin Mahrer war für das  Auftreiben von Sponsoren verantwortlich und betreute die extra geschaffene Homepage.
Die gemeinsamen Proben auf der Bühne des Gemeindezentrums wurden eine "heisse Sache" im wahrsten Sinne des Wortes. 113 Sängerinnen und Sänger,  Musikantinnen und Musikanten standen und sassen dicht gedrängt und die Scheinwerfer heizten zusätzlich noch ein. Doch die Stimmung war durchwegs locker und freundschaftlich.
Bei schönstem Sommerwetter (einer Seltenheit in diesem Jahr!) ging "Birmi-in-Concert" am 22./23. Juni erfolgreich über die Bühne. Das Programm enthielt lauter bekannte und beliebte Stücke wie " 1492 The Conquest of Paradise, "I will follow him" oder den "Gefangenenchor" aus Nabucco. Die Harmonie trug zusätzlich noch einige Instrumentalstücke vor. Die ursprünglichen Bedenken, dass die Chöre von der Blasmusik übertönt würden, erwiesen sich als nichtig. Wir erhielten durchwegs positive Rückmeldungen.
Das überaus zahlreiche begeisterte Publikum konnte dann im Freien an beiden Abenden einen gemütlichen Ausklang bei Wurst und Getränken zusammen mit uns geniessen. Ein rundum gelungener Dorfanlass, an den sich alle Beteiligten gerne zurückerinnern!
Vor den Sommerferien trafen wir uns zum Höck im Strohmuseum Wohlen. Während zwei nette Damen mit schicken Strohhüten uns durch die interessante Ausstellung in der ehemaligen Fabrikantenvilla führten, prasselte ein gewaltiger Sommerregen auf das Dach nieder. Auf der Fahrt zum Restaurant Gnadenthal mussten wir sogar einen Umweg in Kauf nehmen, da die Hauptstrasse von Schlamm überschwemmt war. Beim gemütlichen Abendessen im Trockenen stimmten wir uns dann auf die verdiente Sommerpause ein.

Daniela Koller organisierte für uns die eintägige Vereinsreise nach Glarus-Nord am 31. August. Am Vormittag kamen wir noch trockenen Fusses zum Anna-Göldi-Museum in Mollis. Wir erlebten die ein-drückliche Geschichte der armen Frau, die zu Unrecht als letzte Hexe zum Tod verurteilt worden war.
Am idyllisch gelegenen Obersee erhaschten wir noch ein paar Augenblicke Sonnenschein und einige Frauen marschierten sogar im Regen um den See herum, nachdem wir Schnitzel in allen Varianten genossen hatten. Am Nachmittag zeigte uns Danielas Vater, Herr Böni, "seine" schöne Barocke Kirche von Näfels, während es draussen in Strömen regnete. Vielen Dank, Daniela, für den abwechslungsreichen Tag!

Der Frauenchor begann nun intensiv für das nächste Konzert am 8. Februar 2015 in der Katholischen Kirche zu proben. Wir werden Melodien und Lieder aus der Romantik vortragen unter dem Titel "Abend wird es wieder".

Dazwischen hatten wir noch zwei kleinere Auftritte im Alterszentrum am Bach im September und am Altersnachmittag, zu dem die neu gewählte Präsidentin des Frauenvereins, Andrea Streif im Oktober eingeladen hatte. Das unterhaltsame Repertoire des Februarkonzertes konnten wir somit mehrere Male wieder auffrischen.

Der bewährte Probenachmittag fand auch dieses Jahr wieder im November statt. Wir kamen nach intensiver Arbeit unserem nächsten Ziel wieder ein Stück näher. Die gemütliche Kaffeepause dazwischen durfte natürlich auch nicht fehlen.

Am 15. Dezember schliesslich feierten wir unseren Weihnachtshöck im Gasthaus Sonne. Dany Ramseyer verwöhnte uns ein letztes Mal im festlich geschmückten Saal , bevor das Lokal Ende 2014 endgültig die Tore schloss. Wir durften mit Freude auf das Wohl unserer jüngsten Sängerin Monika Dietiker und ihres kürzlich geborenen Sohnes Luca anstossen. Vreni und Daniela begleiteten unsere zweistimmig gesungenen Weihnachtslieder sehr schön auf der Blockflöte. Sibylle und Verena trugen dazwischen zwei passende humorvolle Gedichte vor. Es sei "einmal mehr eine wunderschöne, stimmungsvolle Weihnachtsfeier mit unseren Frauen" gewesen, schrieb mir Marie-Louise am nächsten Tag in einer e-mail.

Zum Jahresende bleibt mir nun, Euch allen ganz herzlich zu danken, dass Ihr  mithelft, unseren Frauenchor Birmensdorf weiterhin in flotter Fahrt zu halten. Ein ganz grosses Dankeschön auch für all die vielen kreativen und hilfreichen Dienste, die Ihr neben dem Singen für uns alle geleistet habt.  Unser aller Dank geht besonders auch an Marie-Louise, die uns nicht nur musikalisch beschenkt, sondern uns auch  persönlich so freundschaftlich verbunden ist.
Auf ein weiteres schönes Singjahr mit Euch freue ich mich!  

Maja Rajgl     Birmensdorf, Ende Dezember 2014