Als wir uns im Januar zum Probenwochenende trafen, war die Welt bei uns noch in Ordnung. Im Brunnehofsäli in Aesch hatten wir eine neue ideale Lokalität gefunden. Wir fühlten uns dort sofort wohl, und auch das Singen ging uns leicht von der Kehle. Wir profitierten wie jedes Jahr nach den Weihnachtsferien sehr viel von den intensiven Probestunden mit Marie-Louise.  Auch Mirjam Bossart, unsere Pianistin, war zeitweise dabei. Und Markus Müller, der diverse Rhythmusinstrumente und seine Gitarre mitbrachte, sorgte für spannende und überraschende Aha-Erlebnisse. So nahm das Programm für das kommende Konzert erst richtig Gestalt an und liess noch mehr Vorfreude aufkommen.  


Am Sonntag 9. Februar konnte unser Unterhaltungskonzert «Kuckuck, Kuckuck swingt’s aus dem Wald» im vollbesetzten Gemeindezentrum Brüelmatt wie geplant stattfinden. Das Publikum liess sich von den vielen bekannten tierischen Ohrwürmern begeistern und sparte nicht mit Applaus. Auch die Idee, die Zwischenansagen auf vier Sängerinnen zu verteilen, fand grossen Gefallen. Judith, Verena, Andrea und Maja brachten mit ein paar humorvollen Tiergedichten weitere Abwechslung ins Programm. Auch unsere Pianistin Mirjam erfreute uns mit zwei Solos zu Schmetterling und Schwan. Markus Müller, als Perkussionist in bester Laune, brachte zusätzlichen Schwung in unsere Darbietungen. Als wir zum Thema Kühe «Gang rüef de Bruune» anstimmen wollten, traten Erika und Albert Wey als Talerschwinger auf die Bühne. Ihre Zweifränkler sprangen zwar anfänglich mehrmals über den Beckenrand hinaus, zur allgemeinen Erheiterung aller Anwesenden. Schliesslich klappte es dann doch und der Chor konnte mit dem Lied einsetzen. Die Stimmung im Saal erreichte damit sicher ihren Höhepunkt. Und natürlich mussten wir dieses Appenzeller Volkslied später als Zugabe noch einmal vortragen. Diesmal von Anfang an tadellos! Gutgelaunt spendeten uns die Zuhörenden anhaltenden Applaus. Der Journalist Christian Murer sammelte viele positive Rückmeldungen aus dem Publikum und schrieb dazu in der Limmattaler Zeitung, «wir hätten die Tierwelt auf beeindruckende Art und Weise besungen».  Nach dem Konzert erhielten wir auch viel Lob von Marie-Louise. Zufrieden genossen wir anschliessend das gemütliche Beisammensein bei Speis und Trank. Dem Frauenverein und weiteren Helferinnen und Helfern verdankten wir auch dieses Jahr eine umsichtige und freundliche Bewirtung.

 
Wie es dann weiterging mit unserem Vereinsleben 2020, wissen wir alle nur zu gut!  Am 16. März verkündete der Bundesrat den ersten nationalen «Lockdown». Schon Tage zuvor hatten wir unsere Generalversammlung abgesagt. Sie hätte genau an diesem Montag stattfinden sollen. Wir alle mussten zu Hause bleiben und hofften, dass diese strengen Massnahmen bald Wirkung zeigen würden.   
Erstmals in der Geschichte des Chors führten wir im Mai die Generalversammlung in schriftlicher Form durch. Der Vorstand und allen voran Irene Hasler sorgten dafür, dass alles reibungslos klappte.  


Der Vorstand versuchte auch so gut es ging, die Sängerinnen durch regelmässige Nachrichten per mail aufzumuntern und zum Singen im stillen Kämmerlein aufzufordern. Sehr bald wurde auf Youtube «Einsingen um 9» angeboten und wurde zu einem Riesenerfolg. Bis heute erhalten tausende Sängerinnen und Sänger jeden Tag die Einladung, sich mit Bewegung, Atem- und Stimmübungen und Mitsingen mit den fröhlichen Profis bei guter Laune und die Stimme einigermassen fit zu halten. Kürzlich feierte die Sendung ihren ersten Geburtstag und sie soll noch so lange weiterbestehen, bis die Chöre wieder proben dürfen. Das ist ein grosses und wunderbares Versprechen.  
Als Trost erhielt jede Sängerin ein kleines Geschenk zugeschickt. Die CD mit den Aufnahmen des Konzertes «Kuckuck, Kuckuck, swingt’s aus dem Wald» wurde an alle verteilt. Dazu ein Foto des Vorstandes mit dem Wunsch «Auf ein baldiges Wiedersingen»    
 
Per Umfrage im Chor sammelten Marie-Louise und der Vorstand die beliebtesten Lieder, welche wir in den letzten Kirchenkonzerten aufgeführt hatten. Wir suchten die Noten dazu heraus und stellten so für jede Sängerin schon einen Grundstock für das Konzert im Februar 2021 zusammen. Wir wollten die Zeit zum Planen nutzen und dem Chor eine Perspektive geben.   
Als nach 6 Wochen die ersten Lockerungen möglich wurden, organisierten wir an vier Montagabenden Freiluftproben auf dem Schulhausplatz. Warmes und beständiges Wetter und genügend Sitzabstand machten dies möglich. Der Besuch war freiwillig und ohne Klavier sangen wir hauptsächlich aus unserer stattlichen Sammlung von Kanons. Aber die Mehrheit der Sängerinnen benützte die Gelegenheit gerne, gemeinsam zu singen und uns auf Distanz aber immerhin persönlich zu treffen.

 
Nach den Sommerferien wurden Masken auch in geschlossenen Räumen Pflicht. Wir probten ein paar Mal jeweils eine Stunde mit der einen Hälfte des Chors und anschliessend mit der anderen. Die Stühle standen weit auseinander und die Masken durften nur zum Singen abgelegt werden. Einmal sangen wir sogar mit den Masken, so nach dem Motto «Besser so als gar nicht»   
Aber dann setzte im Herbst die zweite Corona-Welle mit neuer Wucht ein, und wieder ging gar nichts mehr. Höchstens 5 Personen durften sich treffen. Auch die Primarschule schloss ihre Türen für Vereine. Und so ging das Jahr zu Ende, ohne dass wir uns alle noch einmal versammeln konnten.   
Mit einer feinen Kräutertee-Mischung als Weihnachtsgeschenk und dem Rat, geduldig abzuwarten und Tee zu trinken, wünschte der Vorstand allen Sängerinnen frohe Festtage und ein hoffnungsvolles gesundes neues Jahr.

   
Ganz herzlich bedanke ich mich bei Marie-Louise und den Vorstandsfrauen. Allen Hindernissen zum Trotz habt Ihr mit eurem Einsatz und guten Ideen dafür gesorgt, dass wir den Kontakt mit den Sängerinnen aufrechterhalten haben und sie ab und zu etwas aufmuntern konnten.  Das Singen und die Gemeinschaft vermissen wir ja alle sehr. 

Maja Rajgl                    Birmensdorf, Ende Dezember 2020