Auch das Vereinsjahr 2015 verlief aus meiner Sicht sehr erfolgreich und musikalisch vielfältig.  Zum Auftakt trafen wir uns anfangs Januar wieder in Muri, um an den Liedern des Kirchenkonzertes zu feilen. Unter dem Dach des Klostergebäudes fühlen wir uns sehr wohl und auch inspiriert. Neben der ernsthaften Probenarbeit geniessen wir jeweils auch die Gelegenheit, ausgiebiger als sonst miteinander zu plaudern. Die Idee, am Sonntag ein Picknick mitzubringen anstatt ins Restaurant essen zu gehen, fand rundherum nur Zustimmung. 

„Abend wird es wieder“ lautete der Titel des diesjährigen Konzertes, das wir am 8. Februar in der Katholischen Kirche aufführten. Den Anfang machte die junge Klarinettistin Sarah Bossart mit der Melodie „Luegid vo Bärg und Tal“. Ihr wunderbar gefühlvolles Spiel zog die Zuhörer sogleich in Bann, und andächtig lauschten alle bis zum Schluss unseren gesanglichen und instrumentalen Vorträgen. Bekannte Abend- und Wiegenlieder aus der Romantik wechselten ab mit weniger vertrauten aber immer zarten und innigen Stücken.
Speziell erwähnen möchte ich „Cantique de Jean Racine“ von Gabriel Fauré, ein französisches Lied, das uns besonders gut gelungen sei. Mirjam Bossart, die Schwester von Sarah, begleitete uns wie zwei Jahre zuvor wieder am Klavier und auf ihrem Hauptinstrument, der Oboe. Zwei Stücke für Klarinette, Oboe und Marie-Louise am Klavier umrahmten unseren Gesang auf das Allerschönste.
Das Publikum sang bei „Der Mond ist aufgegangen“ zahlreich mit und spendete uns nach Brahms berühmtem Wiegenlied einen langen herzlichen Applaus. Beim anschliessenden gemütlichen Imbiss im Foyer wurden wir erstmals von tatkräftigen Helferinnen aus dem Frauenverein Birmensdorf unterstützt. Die Bewirtung der Gäste verlief zu aller Zufriedenheit, und auf diesem Wege möchte ich unserer Andrea Streif nochmals ganz herzlich danken für die gute Organisation. 

An der Generalversammlung vom 16. März durften wir Hong Rösler als neue Sängerin willkommen heissen. Sie besucht nicht nur fleissig unsere Proben, sondern ist bei allen Aktivitäten gerne dabei. Irene Hasler singt nach einer Auszeit auch wieder aktiv mit, was uns natürlich alle freut. Marie-Louise hatte schon wieder tüchtig recherchiert und stellte uns ihre Ideen für das Konzert 2016 im Gemeindezentrum Brüelmatt vor. Eine musikalische Reise durch die verschiedenen Donauländer sollte es werden, was wir allesamt sehr begrüssten.  

Die vielen Montagsproben mit Marie-Louise waren immer recht abwechslungsreich. Schon beim Einsingen zeigt sie uns immer wieder neue Übungen, die unserem ganzen Körper guttun und für fröhliche Stimmung sorgen.
Immer wieder frischten wir einzelne Lieder aus unserem Repertoire auf. Später bereiteten wir ein paar unterhaltsame Lieder vor, die wir am Sängertag des Chorverbandes Limmattal vortragen sollten. Auch die ersten Noten für das Donau-Konzert wurden verteilt bis zu den Sommerferien. 

Der Sommer 2015 war ja wirklich sehr heiss. So kamen wir auch am Höck vor den Sommerferien ganz ordentlich ins Schwitzen. Eine spannende Tonbildschau im Zunfthaus Letzi an der Oberen Zäune in Zürich versetzte uns in längst vergangene Zeiten, als die Zünfte in Zürich politisch und sozial noch sehr einflussreich waren. Das anschliessende Nachtessen im Restaurant Turm schmeckte vorzüglich. Doch dann zog es uns ins Freie. Nach einem kurzen Bummel durch das Niederdorf fanden wir alle einen Sitzplatz vor der Kantorei. Bei einem kühlen Getränk und nur leicht gesunkenen Temperaturen genossen wir das rege Treiben in der Gasse, bevor wir zu vorgerückter Stunde die Heimreise antraten. Vielen Dank Ester für die Organisation!  

Nach den Sommerferien trafen wir uns mit den Limmattaler Chören zweimal zu gemeinsamen Proben in Schlieren. Als Belohnung winkte uns sogar noch ein gemütlicher Grillplausch, organisiert vom umtriebigen und geselligen Urs Peyer, der neuerdings im Vorstand des Chorverbandes mitwirkt.  

Am nächsten Morgen, Samstag 29. August starteten 29 muntere Frauen zu einer zweitägigen Reise ins wunderschöne Emmental. Verena Lanz hatte alles mustergültig für uns vorbereitet und mit Béatrice Singenberger zusammen erkundet und erprobt.
Im schmucken Kemmeriboden-Bad genossen wir erst einen Kaffee mit Berner Züpfe. Dann wurden wir von Ursula Hadorn, einer erfahrenen Jodlerin in Berner Tracht  während einer Stunde in die hohe Kunst des Jodelns eingeführt. Nach dem ausgezeichneten Mittagessen in der Gotthelf-Stube durften wir die legendären „Merängge“  dann natürlich auch probieren.
Im herrlich gelegenen Hotel Moosegg hoch über Langnau i.E. konnten wir beim feinen Abendessen im rosa Saal den Aufgang des riesigen Vollmondes bestaunen. Und ein prächtiger Sonnenaufgang versetzte uns schon vor dem Frühstück wieder in beste Laune.
Die Fahrten und eine Wanderung durch die saftig grünen Hügellandschaften des Emmentals waren bei dem strahlenden Wetter ein Hochgenuss. Wir durften altes Töpferhandwerk, die schönsten Berner Bauernhäuser und interessantes Brauchtum kennenlernen und natürlich viele Emmentaler Spezialitäten geniessen.

Ein herzliches Dankeschön den beiden Organisatorinnen sowie auch allen anderen Sängerinnen, die einen Beitrag zur Bereicherung dieser unvergesslichen Reise geleistet haben.    

Eine Woche später, am 6. September, sangen wir auf der Zentrumsbühne in Schlieren. Im Rahmen des Festes „Schlieren lacht“ fand der Gesangstag der Limmattaler Chöre statt. Vor zahlreichem Publikum gaben die Frauenchöre Schlieren und Birmensdorf gemeinsam ein Ständchen. Auch die Männerchöre traten zusammen auf und zuletzt sangen alle Sängerinnen und Sänger miteinander. Nachdem die Organisation etwas unübersichtlich gewesen war, ging der Anlass gut über die Bühne und fand positives Echo. Herzlichen Dank an Marie-Louise, dass sie keine Mühe scheute und sogar ihr eigenes Keyboard zur Verfügung stellte. Wir Frauenchöre wären sonst im allgemeinen Festlärm untergegangen.  

Seither befassen wir uns sehr intensiv mit dem neuen Projekt „Der Donau entlang“. Die Beschaffung aller gewünschten Noten verlangte einige Hartnäckigkeit von Seiten Marie-Louises. Doch bis zum Probensamstag im November waren alle Lieder verteilt. Voll Elan begannen wir, in die verschiedenen slawischen Sprachen einzutauchen. Auch neue Rhythmen, wie zum Beispiel der 7/8 Takt wurden uns allmählich vertraut, so dass wir mit Spannung auf unsere musikalische Reise warten.  

Mitte Dezember verstarb Ursula Rosenberger, die über 27 Jahre dem Frauenchor als Sängerin und zuletzt auch als Bibliothekarin die Treue gehalten hatte. Mit ihr verlor Birmensdorf eine markante Persönlichkeit. 

Am 21. Dezember beendeten wir unser Vereinsjahr 2015 im Ortsmuseum unseres Dorfes. Nach einer kurzen Einführung durch Bruno Hutter in die Geschichte Birmensdorfs von der Eiszeit  bis zur Gegenwart konnten wir uns in der ehemaligen Drechslerei  umsehen und die vielen Gegenstände und Schriften, die alle aus der Umgebung stammen, bestaunen. Albert Wey setzte sogar das alte Mühlrad in Bewegung und zeigte voll Stolz die Mostpressen, die noch vor Kurzem im Einsatz sein durften. Wunderbar, welche Schätze von Birmensdorfer Bewohnerinnen und Bewohnern aufbewahrt und dem Museum geschenkt wurden!
Bei einem gemütlichen Apéro durften wir dann nochmals auf den 60. Geburtstag von Marie-Louise Wipf anstossen. Wir hoffen, dass sie uns noch lange als Dirigentin vorstehen wird!
Anschliessend fuhren wir ins Landikerstübli, wo wir mit einem Spaghetti-Plausch und angeregten Gesprächen den Abend ausklingen liessen. Ester Chiandussi hatte die Tische liebevoll geschmückt und Verenas Weihnachtsgeschichte aus der Perspektive von Kater Kopernikus war schliesslich das Tüpfelchen auf dem i ! 

Zum Abschluss dieses Berichtes ist es mir wie immer ein Bedürfnis, Euch allen ganz herzlich zu danken. Es ist doch gar nicht selbstverständlich, dass dreissig ganz verschiedene Frauen, ob jünger oder schon etwas reifer, schon seit Jahren so gut auskommen miteinander. Die Stimmung in den Proben ist jeweils sehr freundschaftlich und fröhlich, sodass jede gerne den Weg in den Singsaal einschlägt. Nachher gehen wir zufrieden und beschwingt nach Hause oder noch zu einem Höck. Die Gewissheit, auch etwas für unsere Gesundheit und das seelische Wohlbefinden getan zu haben, macht den Montagabend perfekt. 

Auf meine Kolleginnen im Vorstand kann ich immer zählen. An den Sitzungen denken alle mit und bringen ihre guten Ideen ein, die sie dann auch tatkräftig umsetzen. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar.  Stets finden wir auch genügend freiwillige Helferinnen, wenn wir den Frauenverein an seiner Generalversammlung oder am Seniorennachmittag unterstützen sollen. Das ist nicht selbstverständlich.  Besonders wertvoll sind auch die Frauen, welche gute Beziehungen zu Firmen und Gönnern pflegen. Nur mit wohlwollenden Sponsoren können wir unsere anspruchsvollen Ideen mit guten Musikerinnen und Musikern umsetzen, ohne in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten!  So freue ich mich darauf, das Vereinsschiff mit seiner tollen Frauschaft auch im nächsten Jahr zu neuen und interessanten Ufern lenken zu dürfen. Mit Marie-Louise am Steuer wird es sicher gelingen.     

Maja Rajgl